| Camper: | Tanja (49), Frank (51) und Helene (11) |
| Camper seit: | 2009 |
| Unterwegs mit einem: | Wohnwagen, demnächst gerne einmal mit einem Wohnmobil |
Was ist so toll am Camping?
“Es eine wunderbare Art ist, Urlaub zu machen. DIE Art von Urlaub, die wir mögen. Die eigenen vier Wände immer dabei, nur eben auf Rädern. Wir haben uns unseren Wohnwagen so hergerichtet, wie wir uns darin wohlfühlen. In den eigenen Betten zu schlafen, das ist auch schöner, so finden wir. Der Urlaub fängt schon mit den Vorbereitungen an, wenn jeder in die Schränke packt, was er braucht. Die Gemeinschaft unter den Campern ist toll. Jeder hilft jedem, man kommt gleich ins Gespräch, zumindest ist es häufig so. Man rückt als Familie im wahrsten Sinne des Wortes wieder näher zusammen, beschäftigt sich miteinander, anstatt dass jeder seiner Wege geht. Man sitzt zusammen, unterhält sich, spielt Gesellschaftsspiele und der Fernseher darf auch gerne einmal aus bleiben. Camping und grillen, das mag ein Klischee sein, aber dieses Klischee erfüllen wir gerne, denn der Grill wird ständig angeworfen. Und was gibt es Schöneres, als den Abend dann gemütlich bei einem Glas Wein am Wohnwagen ausklingen zu lassen?”
Wann wurde zum ersten Mal gecampt?
“Ich musste tatsächlich in unseren Fotoalben stöbern, um zu schauen, wann wir mit dem Campen begonnen haben. 2009 war unsere Campingpremiere. Wir hatten zu dem Zeitpunkt vier Kinder, mittlerweile sind es fünf. Wir suchten nach einer Möglichkeit, auch als große Familie in den Urlaub fahren zu können. Mein Mann kannte Camping bereits aus Kindertagen und schlug vor, nach einem Wohnwagen für uns Ausschau zu halten. So begann alles.”
Seit wann ist die “Bürstner Omi“ mit von der Partie?
“Wir haben die “Omi“ im Herbst 2007 gekauft. Und mit der Omi hatten wir dann auch im Juli 2009 unsere Campingpremiere. Die “Omi“ ist nunmal ein Doppelachser, über sieben Meter lang und hat ihr Gewicht. Dieses konnte nur mit einem ordentlichen Zugfahrzeug bewegt werden. Also mussten wir erst ein anderes Auto kaufen. Das dauerte seine Zeit.

Wir haben dann jahrelang in den Sommerferien Urlaub an der Nordseeküste gemacht auf dem Familiencampingplatz in Bensersiel. Irgendwann haben wir uns dort um einen Saisonstellplatz beworben. Das klappte und so stand die “Omi“ jahrelang in den Sommermonaten am Strand von Bensersiel. Wir konnten kommen und gehen, wann wir wollten. Wir betrachteten es als unser zweites Zuhause. Im Herbst 2021 sind wir nach Neuharlingersiel, einem Nachbarort übergesiedelt, da der Campingplatz dort Ganzjahresstellplätze hat und die Wohnwagen im Herbst nicht abgebaut werden müssen. Aber auch diesen Platz haben wir nun aufgegeben.”
“Seit einigen Wochen ist die “Bürstner Omi“ in Rente, steht bei uns im Garten. Wir haben uns nämlich Anfang des Jahres unseren Traum erfüllt und uns hier an der Nordseeküste ein Haus gekauft. Dort, wo wir seit Ewigkeiten unseren Urlaub verbracht haben, leben wir nun.
Wir werden es der “Bürstner Omi“ bei uns schön machen mit Terrasse und Grillplatz, so dass wir quasi weiter campen, nur eben im Garten. Außerdem wird sie als Rückzugsort dienen, als Übernachtungsmöglichkeit, sollten unsere Gästezimmer mal belegt sein. Wobei, selbst wenn sie das nicht wären, ist es immer ein Spaß, dort zu übernachten, gerade in den Sommermonaten. Ich bin auch am überlegen, demnächst vielleicht einige Lesungen an der “Omi“ stattfinden zu lassen. Schließlich geht es in meinen Geschichten um sie und da wäre es doch toll, wenn die Kinder sie live und in Farbe kennenlernen würden. Wer weiß, was da noch kommen wird. Ideen habe ich genug.”
Woher stammt der Name?
“Der Wohnwagen ist vom Hersteller Bürstner. Und “Omi“, nun ja, der Wohnwagen ist nicht mehr der jüngste, bzw., wenn ich von “der Omi“ spreche oder schreibe, ist es eine SIE. SIE war damals, als wir sie kauften, bereits 19 Jahre alt. Für einen Wohnwagen ist das schon etwas älter und somit war und ist es unsere “Bürstner Omi“.”

Zum Schreiben der “Bürstner Omi“ brauchte es bestimmt Inspiration und Motivation.
“Ich habe schon immer gerne geschrieben und ich erinnere mich, dass mein heimlicher Wunsch auch schon zu Schulzeiten war, einmal ein Buch zu schreiben. Dass ich nun, Jahrzehnte später, mein eigenes Kinderbuch herausgebracht habe, erfüllt mich mit großem Glück und Dankbarkeit. Inspiriert und motiviert hat mich meine beste Freundin, die selbst Autorin ist. Ich zeigte ihr eine Kindergeschichte, die ich geschrieben hatte und sie befand diese für so gut, dass sie der Meinung war, ich solle unbedingt weiterschreiben. Und so machte ich mich ans Werk. Campinggeschichten zu schreiben, lag ja irgendwie auf der Hand. Das ist einfach mein Thema und das Ergebnis “Die Bürstner Omi und der Traum vom Glück“ halte ich nun eineinhalb Jahre später in meinen Händen. Das macht mich schon ein bisschen stolz, zumal das ein oder andere im Buch auch autobiographisch ist. Wenn man uns kennt, könnte man gewisse Ähnlichkeiten zu der Familie in meinem Buch feststellen und auch die ein oder andere Geschichte haben wir so oder in ähnlicher Form erlebt und das inspirierte mich, es aufzuschreiben. Aber ganz viel entspringt auch meiner Fantasie. Es ist eine Mischung aus Erlebtem, aus Erfahrungen und aus dem, was ich dann noch dazu erfunden habe.”
Woher kommt dieses Talent zum Zeichnen?
“Auch gezeichnet habe ich schon immer gerne. Aber ich hielt mich für nicht gut genug, mein Buch auch zu illustrieren. Daran habe ich anfangs nie gedacht. Ich wollte zeichnen lassen, suchte einen Illustrator/Illustratorin.”
Wie ist das Buch zustandegekommen?
“Es war seinerzeit gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der mein Buch illustrieren wollte. Ich stand ja noch ganz am Anfang mit meiner Idee, ein Buch zu veröffentlichen.

Ich hatte kein großes Kapital, um einen Illustrator/in entsprechend zu entlohnen. Und ob sich tatsächlich ein Verlag finden oder ob ich es ohne herausbringen würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt auch noch nicht. Ich hatte meine Manuskripte an einige große und kleine Verlage geschickt. Ich wusste, dass, wenn man überhaupt eine Antwort erhält, es durchaus einige Monate dauern kann. Ich hatte also einem Illustrator/in nicht viel zu bieten. Es war ein Risiko ohne Erfolgsgarantie. Ich wurde aber fündig, sogar in zweierlei Hinsicht. Eine Künstlerin/Illustratorin erklärte sich nach einem persönlichen Kennenlernen bereit, meine Geschichte zu zeichnen. Außerdem konnte ich sogar zwei Verlage von meiner Idee begeistern. Ich entschied mich für einen Verlag hier an der Nordseeküste, meiner neuen Heimat. Aus Zeitgründen musste die Illustratorin aber unsere Zusammenarbeit beenden. Einige Bilder waren fertig. Diese hätte ich auch verwenden dürfen. Allerdings wollte ich, dass alles einheitlich aussieht, aus einer Feder kommt und somit entschied ich mich, nochmal von vorne anzufangen.”
“Die Veröffentlichung des Buches rückte erst einmal wieder in weite Ferne und ich machte mich erneut auf die Suche nach jemandem, der zeichnen konnte. Irgendwann, quasi aus der Not heraus, fertigte ich einige Skizzen an, wie ich mir die Familie in meinem Buch vorstelle. Diese Skizzen sah meine Freundin, die mich ja auch schon zum Schreiben animiert hatte. Sie war begeistert. Ich kaufte mir also ein Grafiktablet und fing an, mich mit der nicht ganz einfachen Technik und den Funktionen des Tablets auseinanderzusetzen. Das war und ist auch immer noch eine Herausforderung, ein Lernprozess. Ich bin schließlich Anfängerin, kein Profi. Meine Zeichnungen sind sicherlich alles andere als perfekt. Aber sie sind mit viel Liebe und Herzblut gezeichnet. Der Wohnwagenhandel, der Händler, die vielen Wohnwagen, die Familie. Ich habe den Familienmitgliedern Namen gegeben und sie sind mir im Laufe der Monate während der Arbeit richtig ans Herz gewachsen. Ich will mich aber unbedingt weiterentwickeln, besser werden, dazulernen.”
“Heute kann ich sagen, dass die Absage der Illustratorin das Beste war, was mir passieren konnte. So habe ich meine Liebe zum Zeichnen wiederentdeckt. Es macht mir eine riesige Freude, die Geschichten durch meine Bilder bunt werden zu lassen. Es ist zu hundert Prozent MEIN Buch. Verfasst und illustriert. Ich ertappe mich dabei, dass ich, wenn hier bestimmte Dinge passieren, diese Ereignisse direkt in Bildern sehe, die ich dann für die nächsten Geschichten und Bücher verwenden könnte. Das ist mitunter ziemlich lustig. Da kann es durchaus sein, dass ich mal schmunzeln muss oder plötzlich laut anfange zu lachen. Der Mann weiß dann schon Bescheid, was in mir vorgeht. “Tanja hat wieder eine Idee“. Dann kann es passieren, dass ich schnell in mein Büro verschwinde und diese Idee zeichnen muss. Das duldet dann auch keinen Aufschub.”
Worum geht es in dem Buch?
“Die Bürstner Omi ist traurig. Sie ist ein alter Wohnwagen, der oft geärgert wird. Sie ist so völlig anders als alle anderen neuen und modernen Wohnwagen auf dem Verkaufsgelände von Wohnwagenhändler Werner Worowski. Dabei hat die Omi nur einen Wunsch. Sie möchte eine Familie finden, die mit ihr in den Urlaub fährt. Der Wohnwagenhändler hat eine Idee und hofft, mit einem “Tag der offenen Tür“, einem großen Familienfest, passende Menschen für die “Omi“ zu finden. Das scheint sogar zu gelingen. Aber es gibt ein Problem und ob sich das lösen lässt oder der Traum des alten Wohnwagens wie eine Seifenblase platzt, erfahrt ihr in meinem Buch „Die Bürstner Omi und der Traum vom Glück“.
Das, was die Bürstner Omi in meiner Geschichte erlebt, kann man im Grunde genommen auch auf uns Menschen übertragen. Ausgrenzung und Mobbing, weil jemand anders ist.”
“Ich finde es immer schön, wenn Kinderbücher auch einen gewissen “Lerneffekt“ haben, wenn man sich nach dem Lesen vielleicht noch kurz darüber unterhält. Ich hoffe, dass die Fortsetzung noch in diesem Jahr erscheinen wird und dann geht es richtig los. Die Nordsee wird eine große Rolle spielen, so viel sei verraten. Es wird mal lustig, aber auch gefährlich, abenteuerlich und spannend. Ich sehe die bunten Bilder vor mir und werde nun meiner Fantasie freien Lauf lassen. Es liegt eine Menge Arbeit vor mir. Aber Arbeit, die mir so unglaublich viel Spaß macht. Und der schönste Lohn ist dann, wenn Kinder zu mir sagen, dass sie nun auch gerne einen Wohnwagen hätten oder wie meine Tochter, die sich freuen würde, wenn unsere “Bürstner Omi“ wirklich sprechen könnte. Denn in meinen Büchern haben die Wohnwagen eine Stimme.”
Für wen ist das Buch geschrieben?
“Es fällt mir schwer, das an einem Alter festzumachen.Es kann vorgelesen werden, ist auch schon für Kindergartenkinder verständlich, wie ich finde. Durch die 57 Illustrationen auf 35 Seiten ist es anschaulich dargestellt, was gerade in der Geschichte passiert. Zum Selbstlesen im Grundschulalter ist es ideal. Wir haben den Text immer in kleine Absätze unterteilt, so dass es leicht zu lesen ist und die Kapitel sind auch nicht zu lang.”
“Meine Tochter ist zehn Jahre alt und auch sie fand das Buch sehr schön. Sie würde mir sagen, wenn es ihr nicht gefallen hätte. Da ist sie knallhart und ehrlich. Aber ich sehe, dass sie es sich immer mal wieder nimmt und darin blättert, obwohl sie die Geschichte in- und auswendig kennt, da sie bereits in der Entstehungszeit meine kleine Testleserin war. Also kann das Buch durchaus auch für Kinder nach der Grundschulzeit geeignet sein. Ich finde, für Kinderbücher ist man nie zu alt. Ich würde mich natürlich freuen, wenn mein Büchlein demnächst in ganz vielen Wohnwagen, Wohnmobilen, Vans und Zelten zu finden sein wird. Die “Bürstner Omi“ on Tour. Von Campern für Camper, aber nicht nur. Ich denke, jeder wird Freude daran haben. Groß und Klein, Camper und Nichtcamper. Das hoffe ich jedenfalls.”
Am 24. Juni wird zum zweiten Mal der Nationale Campingtag gefeiert!
“Natürlich habe ich schon von diesem Tag gehört, habe es bereits im letzten Jahr verfolgt und auch mitgemacht. Ich hatte mich auf Instagram mit Beiträgen beteiligt. Wir werden am 24. Juni sicherlich im Garten vor unserer “Bürstner Omi“ sitzen, es uns dort gutgehen lassen. In diesem Jahr steht kein Urlaub mehr an, da wir noch mit Renovierungsarbeiten an unserem neuen Haus beschäftigt sind. Wir leben aber ja auch an einem Ort, wo andere Urlaub machen, sind in ein paar Minuten an der Nordsee am Strand. Ein absolutes Glück.
Wir bleiben dem Camping aber treu. Irgendwann werden wir uns einen kleinen Wohnwagen kaufen oder ein altes Wohnmobil, welches wir wieder herrichten werden. Am liebsten natürlich wieder einen Bürstner, um der Marke treu zu bleiben. Vielleicht dann noch einen “Bürstner Opi“.”


